Antimikrobielle Prophylaxe

Besonders bei Patienten mit sehr hohem Kariesrisiko stößt die professionelle Zahnreinigung an ihre Grenzen. Beispielhaft bei Patienten mit Xerostomie (Mundtrockenheit) und Kindern. Durch spezielle Speicheltests können wir die Verursacher herausfinden. Meist handelt es sich dabei um eine sehr hohe Konzentration von Mutans Streptokokken. Erfreulicherweise reagieren sie sehr sensibel auf Chlorhexidin.

Wirkmechanismus

Chlorhexidin (GHX) ist ein Kation (positiv geladenes Ion) und kann sich deshalb optimal an den anionischen (negativ geladene Ionen) Strukturen in der Mundhöhle anlagern. Dies führt zu einer Depotwirkung von mindestens sieben Stunden. In Abhängigkeit von der Konzentration schädigt das CHX die Zellwände der Bakterien.

Darreichungsformen

Chlorhexidin gibt es in den verschiedensten Konzentrationen. Spüllösungen enthalten Konzentrationen zwischen 0.06 und 0.2%, Gele 1% und Lacke zwischen 1 und 40%. Bei der Stoßtherapie arbeiten wir mit 40%igen Lacken (EC 40) die eine Depotwirkung von bis zu 3 Monaten erreichen. Die Spülungen sind für den Einsatz von bis zu drei Wochen gedacht.

Nebenwirkungen

Bei der Gabe von hohen Dosen kommt es zu bräunlichen Belägen, die aber von uns leicht wieder wegpoliert werden können. Kleine Aphten, Brennen von Zunge und Lippe sind sehr seltene Nebenwirkungen und verschwinden nach Absetzen innerhalb kürzester Zeit.